Als Jugendlicher liebt er den blonden, sorglosen Hans Hansen mit einer stillen Inbrunst, die unerwidert bleibt. Später, als erfolgreicher Schriftsteller in München, erklärt er seiner Freundin Lisaweta mit bitterer Klarheit, was es bedeutet, ein Künstler zu sein: ein Außenseiter, dem das Leben durch die Finger gleitet, weil er es immer nur beobachtet, niemals wirklich lebt. Doch dann zieht es ihn zurück – in den Norden, in die Heimat, zu den Menschen, die er nie aufgehört hat zu lieben und zu beneiden.
Thomas Manns „Tonio Kröger" ist ein zeitloses Bekenntnis über den Preis des Künstlertums, über Sehnsucht, Einsamkeit und die unstillbare Liebe zu einer Welt, der man nicht angehört. Geschrieben mit einer lyrischen Präzision, die selbst beweist, wovon sie handelt.
Wer fühlt, kann nicht schaffen. Wer schafft, kann nicht fühlen. Oder doch?