Doch statt der erhofften Fürsorge bekommt Andreas lediglich eine Lizenz zum Drehorgelspielen. Bescheiden zieht er durch die Hinterhöfe der Stadt und glaubt sein Glück gefunden zu haben, als die Witwe Katharina Blumich ihn heiratet. Für kurze Zeit scheint sich sein Vertrauen in die gerechte Ordnung der Welt zu bestätigen.
Eine belanglose Auseinandersetzung in einer Straßenbahn verändert jedoch alles. Als Andreas von einem wohlhabenden Fahrgast als Simulant und Aufrührer beschimpft wird, verliert er zum ersten Mal die Beherrschung. Ein einziger Schlag mit seiner Krücke bringt die ganze Macht des Staates gegen ihn auf: Er wird verhaftet, verurteilt und seiner Existenzgrundlage beraubt. Während sich auch Katharina von ihm abwendet, beginnt Andreas zu erkennen, dass jene Ordnung, der er stets ergeben war, weder gerecht noch barmherzig ist.
Mit bitterer Ironie und großer Anteilnahme erzählt Joseph Roth vom Erwachen eines gehorsamen Untertanen. „Die Rebellion“ ist ein eindringlicher Roman über staatliche Willkür, gesellschaftliche Ausgrenzung und einen Menschen, dem erst alles genommen werden muss, bevor er den Mut findet, sich innerlich aufzulehnen.