Dieser Essay blickt nicht nostalgisch auf die gute alte Zeit der liberalen Demokratie zurück, sondern betrachtet diese als historisch spezifische Ordnung in einer Phase kollektiven Wohlstands, die an ihr Ende gekommen ist. Statt Visionen zur Rettung des Überkommenen zu entwerfen, fragen die Autoren, was danach kommen könnte: Expertokratie, Digitalisierung und verschärfte Exklusionen sind nicht zwangsläufig ein »neuer Faschismus«, stellen aber eine neue Ära von Aufruhr und Ordnungszerfall in Aussicht.
Dirk Jörke, geboren 1971, ist Professor für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Technischen Universität Darmstadt. Er war u. a. Heisenberg-Stipendiat der Deutschen Forschungsgemeinschaft.