Vor einigen Jahren wurde »Max Havelaar« (1860) zum wichtigsten Buch der niederländischen Literatur gewählt. Was »Onkel Toms Hütte« für die Kritik an der Sklaverei ist, ist Multatulis Meisterwerk für die Kritik am Kolonialismus. Erstmals prangerte ein literarisches Werk die Ausbeutung der einheimischen Bevölkerung in den niederländischen Kolonien, insbesondere auf Java, mit solcher Offenheit an. Multatuli verbindet autobiografische Elemente, politische Anklage und literarische Fiktion zu einem ebenso wütenden wie satirischen Roman. Mit Empörung, Witz und erzählerischer Raffinesse sprengte er die Grenzen der Literatur.
Neu übersetzt von Ira Wilhelm: das vergessene Schlüsselwerk nach dem Originaltext letzter Hand
»Dieses Buch hat den Kolonialismus zu Fall gebracht.« New York Times
Multatuli wurde 1820 als Eduard Douwes Dekker in Amsterdam geboren. Mit siebzehn Jahren ging er nach Niederländisch-Indien, wo er zum hohen Kolonialbeamten aufstieg. Sein Protest gegen die ungerechte Behandlung der einheimischen Bevölkerung brachte ihn in Konflikt mit der Kolonialverwaltung, die ihn schließlich entließ. 1857 kehrte er nach Europa zurück und lebte ab 1881 im deutschen Exil in Ingelheim am Rhein, wo er 1887 auch starb.
Ira Wilhelm, seit 1994 als literarische Übersetzerin tätig, hat zudem umfangreich über das Werk Multatulis geforscht und gearbeite.