Die Hörspielinszenierung von Umberto Ecos Weltbestseller unter der Regie von Otto Düben malt aus dem Echo verhallender Schritte in leeren Kirchen, der Musik mittelalterlicher Choräle und Hufgetrappel klangvolle Hörbilder eines fernen Zeitalters. Dazu die Stimmen von Pinkas Braun, Rolf Boysen, Ernst Jacobi und anderen Sprechern ersten Ranges und die Musik von Peter Zwetkoff, die das Mittelalter lebendiger machen als jedes cineastische Farbenspiel.
Umberto Eco (1932–2016) promovierte nach dem Studium der Rechtswissenschaften, Philosophie und Literatur in Turin 1954 zum Dr. phil. und war anschließend als Kulturredakteur tätig. Ab 1956 arbeitete er als Dozent und Mittelalterforscher, ab 1963 als Kolumnist. 1965 erhielt er einen Lehrauftrag in Florenz, 1966 folgte eine Professur in Mailand, 1971 eine Professur für Semiotik an der Universität Bologna. Seine Werke wurden vielfach übersetzt und mit renommierten Auszeichnungen gewürdigt. Mit »Das offene Kunstwerk« veröffentlichte er 1973 eine der einflussreichsten Arbeiten zur modernen Ästhetik. Dem breiten Lesepublikum wurde der Autor zahlreicher literaturtheoretischer und kulturwissenschaftlicher Schriften vor allem durch seine Erzählprosa bekannt: Die Romane »Der Name der Rose« (1982) und »Das Foucaultsche Pendel« (1989) avancierten zu internationalen Bestsellern. In den Folgejahren erschienen u. a. »Die Insel des vorigen Tages« (1995), »Baudolino« (2001), »Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana« (2004), »Der Friedhof in Prag« (2011) sowie »Nullnummer« (2015).
Burkhart Kroeber, geboren 1940 in Potsdam, studierte Ägyptologie, Romanistik und Politikwissenschaft in Tübingen, Heidelberg und Paris. 1968 promovierte er in Tübingen und ist seit 1971 als Übersetzer tätig. Kroeber übersetzt hauptsächlich literarische Werke aus dem Italienischen, zum Beispiel von Umberto Eco oder Italo Calvino. Für seine übersetzerische Tätigkeit und sein Engagement erhielt er bereits mehrere Auszeichnungen, darunter 1985 den Literaturpreis des Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft, 2001 den Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung, 2006 den Übersetzerpreis der Stadt München und 2011 den Christoph-Martin-Wieland-Übersetzerpreis.
Rolf Boysen (1920–2014) absolvierte seine Schauspielausbildung in Hamburg. Ab 1948 war er an den staatlichen Bühnen in Dortmund, Kiel, Hannover und Bochum engagiert. Von 1957 bis 1968 gehörte Rolf Boysen zum Ensemble der Kammerspiele in München. Danach spielte er zehn Jahre am Deutschen Schauspielhaus Hamburg. Seit 1978 stand Rolf Boysen wieder in München auf der Bühne, erst bei den Münchner Kammerspielen, ab 2000 am Residenztheater. Als »Wallenstein« und »Michael Kohlhaas« ist er im Fernsehen auch einem breiten Publikum begegnet. Rolf Boysen war ein Meister traditioneller Rezitationskunst und interpretierte viele Klassiker.
Ernst Jacobi (1933–2022), absolvierte seine Schauspielausbildung an der Berliner Max-Reinhard-Schule und stand u.a. in Berlin, Frankfurt am Main, Köln, Wien und Zürich auf der Bühne. Er spielte viele Hauptrollen, wie den Franz Moor, den Galileo Galilei oder den Doktor Möbius in Dürrenmatts »Die Physiker«. Darüber hinaus war Ernst Jacobi in weit mehr als 200 Film- und Fernsehrollen zu sehen, so z.B. in Schlöndorffs »Die Blechtrommel« nach dem Roman von Günter Grass. Seine Stimme ist bekannt z. B. als Erzähler im Film von Michael Haneke »Das weiße Band« oder aus den Hörspielen »Der Name der Rose« nach Umberto Eco oder »20.000 Meilen unter den Meeren« nach Jules Verne.
Otto Düben, einer der bedeutendsten deutschen Hörbuchregisseure Deutschlands, produziert vorwiegend für L&M Literatur & Musik - Leuberg-Edition GmbH.
Peter Zwetkoff (1925–2012) kam 1926 mit seiner Familie von Bulgarien nach Tirol. Schon während seines Gymnasialbesuchs in Hall engagierte er sich als Staatenloser im Widerstand; er wurde mehrmals verhaftet und verhört. Nach Kriegsende studierte Zwetkoff an der Innsbrucker Musikschule Klavier, Harmonielehre und Kontrapunkt. 1948 setzte er sein Studium am Mozarteum Salzburg und bei Carl Orff in München fort. Nach einigen Jahren als Klavierlehrer nahm er 1954 eine Stelle als Komponist und musikdramaturgischer Berater der Hörspielabteilung des SWF, heute Südwestrundfunks, an. Peter Zwetkoff schrieb die Musik für nahezu 400 Hörspiele, darunter u. a. für das Hörspiel »Der Herr der Ringe«.